Zurück in die Klinik

  • Zurzeit mache ich eine Reha gegen meine Spielsucht. Es ist schon die 7 Woche vorbei und ich habe dort viel gelernt über die Sucht und vieles mehr. Dann hatte ich am letzten Freitag endlich die Familienheimfahrt. Ich habe mich schon lange darauf gefreut. Endlich mal wieder raus und in meine Wohnung zurück.

Auf der Fahrt hatte ich schon Gedanken ans Spielen. Doch die verdrängte ich sehr schnell  Das hatte ich schon gelernt. Es ging auch alles gut, doch dann änderte ich mein Plan und steigte nicht am Hauptbahnhof aus, sondern schon eine Haltestelle früher. Denn von hier aus ist es kürzer bis zu mir nach Hause. Das sollte eigentlich Vorteile haben, doch so war es nicht.  Denn als ich den Bahnsteig betrat, sah ich sofort die Spielothek auf der anderen Straßenseite. Sofort versteinerte ich und war total überfordert. Was soll ich denn jetzt machen. Mir schossen so viele Gedanken durch den Kopf. Wen kann ich denn jetzt anrufen, und sagen das ich extremen Suchtdruck habe. Doch es viel mir keiner ein. Ich hatte vergessen mir eine Liste zu machen. Ich schob das immer vor mir hin. Sagte zu mir selbst, du wirst dann schon irgendwen anrufen. Doch es kam anders. Ich traute mich nicht jemanden anzurufen, ich wollte niemanden belasten. Schließlich kommt das doch komisch, wenn ich den jenigen dann sage, dass ich es nicht mal von Bahnsteig runter schaffe. Ich fühlte mich klein und dumm. Nun stand ich hier schon eine halbe Stunde rum. Machte Entspannungsmethoden, probierte mich mit dem Handy ab zu lenken. Doch alles hilf nix. Ich hatte einen enormen Puls und mein Herz raste die ganze Zeit. Dann bin ich die Treppe runter gegangen. Als ich die Spielothek nicht sah, war der Druck weg. Aber es musste ja so kommen, nachdem ich da weitere 5 Minuten rum stand musste ich endlich weiter gehen. Ich redete mir fest ein, du schaffst das, du schaust sie nicht an, du biegt einfach schnell links ab und gehst. Doch wie es sein musste, zock mich sie magisch an. Ich konnte ihr nicht entfliehen. Der Bann war einfach zu stark. Ich konnte mich nicht wehren. Ich war einfach nur wieder fern gesteuert. Als ich drin war, setzte ich mich automatisch vor dem Automaten. Und schon steckte ich Geld rein. Erst nachdem die 10 Euro runter waren, erwachte ich kurz aus der Trance. Realisierte was ich da tat. Doch beim letzten Dreh bekam ich noch Freispiele. Ich hatte aus den 10 Euro 20 Euro gemacht. Ich lass sofort das Geld raus und wollte gehen. Aber so war es nicht. Ich steckte sie sofort am nächsten Automaten rein. Natürlich gewann ich diesmal nichts, doch ich hatte ja noch Geld einstecken. Und so tat ich das und ausweichliche. Ich steckte nochmal rein. Ich wollte ja das Geld wieder holen. Das war nur mein Ziel gewesen. Damit es nicht ganz so schlimm ist. So stark war wieder mein Sucht Gedächtnis gewesen. Und ich konnte einfach nicht aufhören. Dann kam wieder etwas dummes. Ich schaffte es auf 140 hoch zudrücken. Das war eigentlich meine Rettung gewesen  Doch es ist genau das Gegenteil eingetroffen. Ich war komplett geblendet, ich weiß nicht mehr was mit mir geschah. Ich habe wieder so gezockt wie immer. Gleich automatisch auf 2 Euro hoch gestellt. Schließlich hatte ich ja jetzt genug Geld. Und am Ende habe ich wieder alles verspielt. Sogar mein letztes Geld was ich einstecken hatte.

Ich war noch nicht einmal zuhause angekommen und mir war mehr als schlecht. Erst als ich in die Haustür rein, brach ich sofort auf den Boden zusammen und weinte wie so ein kleines Kind. Erst jetzt war mir bewusst was ich wieder getan habe. Es war sogar nicht schlimmer. Denn diesmal habe ich alles verspielt. Nicht nur das Geld, sondern auch meinen Therapieplatz. Ich habe mein ganzes Leben dadurch weg geworfen. Ich bin hilflos. Ich schloss mich das ganze Wochenende in der Wohnung ein. Ich wusste nicht mehr was ich machen soll. Ich überlegte mir woher ich jetzt Geld bekomme. Wie ich mir das besorgen kann. Ich hatte eigentlich so viel mir vorgenommen und das sagte ich alles ab. Ich wollte sogar meine xbox verkaufen. Damit ich das vielleicht vertuschen kann. Schon über diese Gedanken war ich gleich wieder erschrocken. Ich war genau in dem alten Muster, wo ich raus wollte. Die Tage habe ich auch nicht viel gegessen. Ich hatte gar kein Hunger und außerdem auch kein Geld. Ich überlegte mir was ich machen soll. Und das jedesmal brach ich in Tränen aus. Ich weiß gar nicht wann ich das letzte Mal geweint hatte. Sonst kam höchstens mal eine Träne raus und die wandelte sich zu Wut um. Selbst die Tabletten haben nichts gebracht. Schließlich musste ich es jemandem sagen. Ich hätte sofort die Klinik anrufen sollen und wieder zurück fahren. Doch das konnte ich nicht. Dafür war mein Scharm viel zu groß und ich hasste mich wirklich. Nachdem ich es jemanden gesagt habe, ging es mir trotzdem nicht besser. Denn schließlich hab ich jetzt noch jemanden wieder mit da rein gezogen. So verbrachte ich noch bis Sonntag Nachmittag alleine in meiner Wohnung. Dann fasste ich mir Mut. Und nahm meine alte Fahrkarte und rubbelte den Stempel ab. In der Hoffnung es fällt nicht auf und ich komme irgendwie zurück in die Klinik .Doch das ging natürlich auch nicht gut. So habe ich jetzt noch eine Anzeige am Hals wegen schwarz fahren. Doch das ist mir eigentlich egal. Ich befürchte jetzt eher meine Rauswurf. Oder wie es weiter geht.

Als ich gleich rein ging, beichtete ich meinen rückfall. Die Schwester nahm es gut auf,aber ich fühle mich immer noch nicht besser.

Erst morgen sind die Therapeuten da und dann kommt die große Angst. Wieso musste ich alles verspielen? Erst jetzt hab ich es begriffen, was ich alles gemacht habe  Doch ich habe trotzdem keine zweite Chance verdient. Ich versuche meine Strafe hin zu nehmen. Wenigsten habe ich mich das erste Mal im Leben gestellt. Und wenn ich nur das mitnehme. Ich musste erst ganz unten sein, damit ich wach werde.

Aber ich habe trotzdem Angst vor morgen. Ich bin keiner guten Dinge.