Drückende Tage

Jetzt habe ich schon ein paar Tage nichts mehr geschrieben. Doch das will ich nachholen. Es ist auch viel passiert und ich hatte auch bedrückende Gedanken.

Es fing den Sonntag schon an, das war ein wirklich schwarzer Tag für mich gewesen. Denn am Samstag hatte ich meiner (ex) besten Freundin geschrieben, dass ich enttäuscht von ihr bin und am Sonntag morgen kam erst die Antwort drauf. Und es war irgendwie so wie ich es mir gedacht habe. Sie hat es nicht wirklich verstanden. Ich hatte auch das Gefühl, dass sie mir wieder den schwarzen Peter zu schieben will. Denn ich soll sie nur verstehen, aber ja nicht anders rum. Auch auf meine Frage wann wir mal reden wollen, kam nur die Antwort wenn ich draußen bin. Das sie ja wieder in der guten Position steht und mich unter Zugzwang stellt. Ich wieder diese Verteidigungsposition einnehmen muss oder soll. Ich hab keine Ahnung was ich wirklich denken und fühlen soll bei dieser Person. Und das alles noch hinführt. Jetzt muss sie aber mal kämpfen und nicht ich, wenn ihr die Freundschaft wichtig ist. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

Doch das war nicht der einzige Schock an diesem Tag, sondern ich habe schlechte Nachrichten von meiner Herz Dame erfahren. Doch die will ich nicht weiter vertiefen. Sie wollte so zusagen das zwischen uns beenden, obwohl es noch nicht mal angefangen hat. Aber das kenn ich auch von mir selbst. Die Nachricht war aber trotzdem nicht schön gewesen und ich musste sie erstmal verdauen. Also betrieb ich übertrieben viel Sport. Ich wollte mich mal wieder so richtig auspowern, einfach mal wieder über meine Grenzen gehen um ein klaren Kopf zu bekommen. Das hielt mir auch richtig gut. Danach fühlte ich mich frei, ein wirklich tolles Gefühl. Sport war so wieso eine Methode um mich abzulenken. Da konnte ich es gleich ausprobieren, auch wenn ich kein Spieldruck hatte. Obwohl im Nachhinein vielleicht doch ein wenig da war. Denn früher hätte ich mich mit zocken abgelenkt. Also ist die Sucht nicht mehr so stark da, wenn ich emotional belastet werde. Mein Kopf hat schon ein anderen Weg gefunden. Was ich echt beeindruckend finde. Wenn es nur immer so bleiben würde. Zumindest als ich wieder klar denken konnte, habe ich mit der süßen kleinen Maus geschrieben. Und am Abend so zusagen fast alles wieder geklärt. Darüber bin ich echt froh. Ich habe auch das Gefühl, das wir jetzt noch ehrlicher zu einander sind und es sogar das Vertrauen gestärkt hat. Trotzdem ist es manchmal etwas komisch, was ich nicht so wirklich beschreiben kann. Es ist so ein Gefühl das es auch verdammt gut wäre einfach nur mit ihr befreundet zu sein. Weil wir schon so etwas wie eine Seelenverwandtschaft haben, da wir wirklich über alles reden können, wir uns wohl fühlen und auch dieser zusammenhalt schon da ist. In Grunde genommen sind wir auch schon sehr gute Freunde, so empfinde ich die Situation gerade zwischen uns. Damit könnte ich echt leben, wenn es so bleibt. Das nimmt auch den Druck von Beziehung weg. Denn das schreckt manchmal schon sehr ab. Es war ein schöner Tagesabschluss gewesen. Aber erstmal weiter im Text und ich komme zum Montag. Der ging genauso beschissen los wie der Tag vorher. Mein lieber ex zimmerkollege machte schon in der ersten Stunde ein extremes Fass auf. Er spielte sich wieder richtig hoch auf. In der Stunde fing er auch an mich zu beleidigen, darauf hab ich aber nicht reagiert. Diese Gruppenstunde war echt schlimm. Den ganzen restlichen Tag war ich wirklich angespannt. Diesen Typen kann ich echt nicht ab. Er zieht auch die Gruppe richtig immer wieder runter. So ein Mensch braucht man wirklich nicht. Doch ich hab mich schon wieder beruhigt. Obwohl mir jetzt jedesmal das Messer in der Hose auf geht wenn er was sagt. Ich hab versucht es die letzten Wochen zu ignorieren, doch irgendwann geht das nicht mehr. Es ist mir auch Mittlerweile wirklich zu dumm, es wird zum Kindergarten hier. Deswegen will ich mich jetzt nur noch auf mich konzentrieren und die anderen können mir egal sein. Schließlich soll ich doch etwas egoistischer sein und mal an mich denken anstatt an die anderen. Also werd ich das jetzt auch umsetzen. Ich lass mir da nicht rein reden. Weil die Gruppendynamik gerade etwas komisch ist. Das soll aber nicht mehr mein Problem sein, ich habe. Es lange genug probiert irgendwas zu retten oder zu machen. Davon hab ich die schnauze voll. Das liegt natürlich auch mit an den letzten Tagen, weil ich da die kleine Einsicht bekommen habe. Der Montag war wirklich ein langer Tag gewesen. Die Nacht habe ich auch schlecht geschlafen. Dafür war der Start in den Dienstag recht gut. Es hatte sich alles etwas abgekühlt von der Spannung her. Ich hatte aber im Gefühl das da noch was kommen würde, womit ich auch recht behielt. Doch vorher hatte mich noch etwas anderes sehr beschäftigt und extrem runter gezogen. Wir haben ein Film über Sucht gesehen. In dem der Vater Alkoholiger ist und die Tochter sich um ihn kümmert. Man hat erfahren das der Vater erst vorher eine Therapie gemacht hat. Und er schien wirklich auf den Weg der Besserung zu sein. Doch er wurde wieder schleichend rückfällig. Der ganze Film war sehr emotional und gut. Er hieß glaub ich „Zoey“. Doch das Ende war wieder erschreckend für mich .Denn solche Filme oder wie das eine Buch zeigt mir immer ein schlimmes Ende. Egal wie sehr man sich auch anstrengend, es scheint nichts zu bringen. Die Sucht gewinnt immer und es wäre besser wenn man alleine bleibt. Ich habe da das Gefühl egal was ich mache und mir gerade aufgebaut habe, stürzt sofort wieder ein. Als würde ich nur hier versuchen eine Illusion aufzubauen, obwohl es kein Zweck hat. Egal wie sehr man sich anstrengend und was man alles macht  Es gibt kein happy end. Und ich stelle wieder alles in Frage. Was ich hier überhaupt mache, was es mir bringen soll, wenn es den Anschein hat  es würde nichts bringen. Bisher kenne ich noch keine schöne Geschichte. Wie es ist mit der Abstinenz zu leben. Egal welche Ziele man sich setzt, sie werden zerstört. Es war wieder soweit das ich auch das mit meinem Schwarm wieder am liebsten beenden wollte. Weil ich ihr mein Leben nicht antun kann. Weil ich es mir vielleicht nur einrede das ich ein guter Mensch bin und es alles schaffe, aber die Realität zeigt was anderes. Damit kann ich sie nicht belasten und sie hat es auch nicht verdient. Wieder diese scheiß dummen Ängste und Gedanken schlichen sich durch den Film wieder ein. Weil er es mir mal wieder so vermittelt hat. Doch heute kann ich schon wieder an mich glauben. Und wenn mein Blog hier endlich mal das erste Mal ein anderen Süchtigen zeigt, ein Leben mit der Abstinenz wird gehen und gibt es wirklich. Das macht mir Mut, genau dieser Blog und mein eigener Ehrgeiz. Weil ich jemand bin. Ich bin eine starke Person und darf niemals die Hoffnung und den Glauben an mich selbst verlieren. Denn damit zeig ich ein Zeichen für mich und die als netter positiver Nebeneffekt helfe ich vielleicht anderen. Ich darf mit von abschreckenden Beispielen runterziehen lassen. Auch wenn das verdammt schwer ist und mir bisher noch nicht so wirklich gelingt.

Doch erstmal weiter auch mit dem Tag, natürlich gab es wieder Differenzen und Spannung in der Gruppe. Und diesmal sollte ich mit dran schuld gewesen sein sollen. Nur weil ich die letzten Tage mal wirklich nur an mich denke. Ich versteh das alles nicht mehr. Bin sogar am Zweifeln ob mir hier das sogar noch was bringt oder nicht. Einfach nicht verlängere wie geplant und gehe. Denn ich hab das Gefühl die nächsten Wochen werden schlimmer und ziehen mich runter. Bringen mich nicht voran. Sondern ich bleib immer an der selben Stelle stehen. Ich hab keine Ahnung was mit mir gerade los ist. Egal was ich mache es ist falsch. Denke ich an mich und bereite mich für draußen vor, ist es auch wieder nicht ok. Weil ich öfter am Handy bin  Doch das ist mein einziges Mittel nach draußen. Um mir endlich wieder ein soziales Umfeld auf zu bauen. Kontakte endlich wieder pflege, mir nebenbei noch eine Wohnung suche. Oder einfach mal entspannen will mit ein Film oder Musik. Aber meine Nutzung ist ja bedenklich. Schließlich mach ich alles übers Internet. Natürlich bin ich dann auch öfter dran. Doch ich will das alles nicht planlos nach der Reha machen. Dann bin ich nämlich überfordert.

Aber zurzeit soll ich ja auf die Gefühle der anderen aus der Gruppe achten, wie sonst immer. Doch niemand achtet auf meine. Das sehe ich nicht mehr ein. Darüber will auch meine Therapeutin morgen mit mir reden im Einzelgespräch. Ich bin zumindest echt gespannt. Heute hab ich wirklich mal die Zeit für mich und leg mich alleine raus in die Sonne. Um Kraft zu tanken.

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