Die letzten Tage war ich etwas ausgeknockt. Am Montag war ich einfach nur sehr müde, ich hatte keine Kraft irgendwas zu machen. Von daher kann ich nicht viel berichten. Es war von den Therapiestunden sehr angenehm. Vorallem die Maltherapie. Wir sollten malen was wir im Spiegel sehen. Also ich mich selber sehe. Wie immer bin ich da auch sehr ehrlich. Mein Bild war ein zerbrochener Spiegel, in dem man eine Figur sieht. Die eine Hälfte ist ein Engel, der meine gute Seite widerspiegeln soll. Der ich auch sein möchte. Diese gütige, liebe Person. Die sich mehr um andere kümmert. Die auch sozial ist und jeder einfach mag. Der Engel ist die Person, die ich auch wirklich meistens bin. Die andere Seite der Figur war ein Teufel. Er repräsentiert dieses Monster in mir. Welche ich immer weg sperre und niemals wieder ans Tageslicht kommen lassen will. Er ist all das Gegenteil von mir. Ich habe selbst Angst vor dieser Seite, da ich weiß was sie kann. Ich kann sie auch nicht steuern oder kontrollieren. Dieses Monster muss drin bleiben. Schon seine Stimme ist schlimm und lässt mich irre werden. Es ist auch die Seite  die sich die Sucht zu eigen gemacht hat. Eine gefährliche Seite. Die auch anderen Menschen weh tun kann. Leider nicht nur körperlich, sondern er schafft es auch die andere Person seelisch zu zerstören. Nicht nur zu beleidigen, sondern richtig zu vernichten.

In den Spiegel hab ich auch noch eine Maske gezeichnet. Die meine wechselnde Emotionen darstellen soll. Das ich es unter der Maske kontrollieren kann, was ich mache. Für mich hat es alles Sinn gemacht.

Am Montag hatten wir auch noch Bibliostunde. Wo und so eine Geschichte vorgelesen wird. Und wir sie interpretieren müssen. Diesmal ging es um ein Mann, der ein wunderschönes Haus hat und nun auch ein perfekten Vorgarten haben will. Es ist ein englischer Rasen. Doch auf ihn blühen immer wieder Gänseblümchen. Er hat alles versucht sie zu vernichten, aber sie kamen immer wieder. Er schrieb dann sogar ein Brief an die Regierung, die Antwortet ihm. Er soll einfach die Gänseblümchen lieben lernen. Also ist jetzt wirklich kurz gefasst. Es geht in ihr, das man auch seine eigenen Macken lieben lernen, damit man mit ihnen leben kann. Tja doch welche Macken hab ich? Da gibt es verdammt viele. Ich habe aber keine einzige erzählt, da ich es nicht möchte sie preis zu geben. Nicht das die anderen mich für verrückt halten.

Seit Montag mach ich mir auch Gedanken ob ich den Posten des Gruppensprecher abgebe. Ich habe dafür kein nerv mehr. Ich will mich lieber auf mich konzentrieren. Außerdem würde diese Position auch anderen Leuten aus der Gruppe gut tun. Damit sie aus sich raus kommen müssen. Im ersten Augenblick sieht es so aus als würde ich mich nur wieder um andere Sorgen. Aber es ist nicht so. Da mir das Amt zwar gut tut, ich es aber nicht wirklich brauche. Ich kann reden und ein Anführer sein. Das bin ich auch schon oft genug.

Naja sonst war der Montag nicht groß interessant. Dafür aber der Dienstag. Ich konnte mich da nicht wirklich beherrschen. Ich hatte einfach nur sexuellen Druck. Ich war einfach nur wuschig und konnte an nichts anderes denken. Zum Glück kann ich mit der einen Frau über alles schreiben. Wir machten übers Schreiben uns gegenseitig geil. Es war und ist wunderschön. Ich mag es wenn man seine Fantasie austoben kann. Es war verdammt gut. Selbst jetzt werde ich schon wieder etwas geil, wenn ich nur dran denke. Aber ihr geht es genauso  Ich weiß nicht was wir da gerade machen. Denn wir kennen uns noch nicht persönlich. Aber haben diese Gedanken. Ich weiß auch nicht wo das hin führt. Vielleicht ist es doch nur eine kurze Macke von mir, ein Kontrollverlust meiner Gefühle  Denn ich will doch eigentlich keine Beziehung. So wie es jetzt zwischen uns ist, ist es perfekt. Sie und ich brauchen das gerade. In der Hinsicht nutzen wir beide uns aus. Es ist echt verrückt und komisch. Keine Ahnung was das ist. Ich wünsche mir auf der einen Seite, das ich sie nie treffe. Denn ich will nicht diese Illusion zerbrechen lassen welche wir gerade haben. Denn dann würde ich nicht mich und sie verletzen. Als würden wir gerade uns einfach brauchen. Anders kann ich es nicht beschreiben. So eine Frau habe ich noch nie kennengelernt.

Aber erstmal ein anderes Thema. Heute war es auch wieder sehr interessant. In der Spielerstunde hatten wir wieder etwas übers Gehirn kennengelernt, wie wir eigentlich ticken. Es war echt lehrreich, damit könnte ich auch wieder eine Seite füllen.

Aber am wichtigsten heute war, dass ich wieder ein neuen Zimmerkollegen bekommen habe. Er scheint wirklich nett zu sein und ist auch ein Automaten Spieler. Mit ihm kann ich mich bestimmt gut austauschen. Denn die Automatensucht wird immer weniger. Es geht mehr im die Richtung online Casino und Medienabhängigkeit.

Das war es erstmal von mir. Die nächsten Tage habe ich dann auch wieder mehr Zeit zum schreiben.

Sucht und Beziehung

Dieses Mal geht es nicht direkt um mein heutigen Tag, sondern über meine Gedanken und Gefühle welche ich sehr oft habe.

Ich habe heute einen recht interessanten Film gesehen. When a man loves a woman. Ein Film über Sucht. Er ist wirklich klasse gemacht. Bei solchen Filmen geh ich immer richtig mit und dann gleichzeitig mag ich solche Filme gar nicht.

Es zeigt mir immer wieder, dass es besser wäre alleine zu bleiben. Denn du willst damit niemanden belasten. Egal ob man in einer Beziehung ist, oder gerade nicht. Denn die Menschen die dich schätzen oder sogar lieben, verletzt man immer. Egal was man macht. So ist es zumindest bei mir. Ich denke das ich niemals Beziehungsfähig sein werde. Ich könnte das auch gar nicht auf Dauer. Weil ich weiß das ich andere damit belaste und das will ich überhaupt nicht. Außerdem bin ich mir nicht mal selber sicher was ich will. Oder was ich überhaupt erwarte. Wie kann ich das denn von jemandem anderen erwarten? Den einen Moment bin ich so, den anderen dann wieder ganz anders. Weil bei mir einfach irgendwie alles extrem sein muss. Ich wünsche mir zwar eine Partnerin von ganzem Herzen, mit der ich einfach alles teilen kann. Die schönen Momente und auch die traurigen. Wo ich gleichzeitig der Fels in der Brandung bin, aber mich auch zurück ziehen kann. Jemand der jeden Morgen neben mir aufwacht und Kraft gibt zu kämpfen. Für den sich auch dieser lebenslanger Kampf lohnt. Eine Frau die zu mir aufblickt, die mich auch wirklich braucht. Aber ich mich auch geborgen und zuhause fühle.Die mir endlich mal zeigt, was das Wort Familie überhaupt bedeutet. Denn das kenne ich nicht. Es ist für mich einfach nur ein Wort. Traurig aber war.

Und auf der anderen Seite will ich gar keinen haben. Ich will lieber der einsame Einsiedler sein. Denn da kann ich niemanden verletzen und mich auch keiner. Ich habe schon so viele Geschichten gehört  gelesen oder gesehen, die mir auch immer wieder bestätigen, dass es besser wäre alleine zu sein. Das es kaum möglich ist mit einem süchtigen Menschen zu leben. Denn du musst immer damit rechnen, dass der andere ein Rückfall hat. Ich will nicht mal selber diesen Schmerz wieder erleiden. Das ich andere damit verletze. Zu mir kann man kein richtiges Vertrauen mehr haben. Egal wie lange man es aufbaut, in so kurzer Zeit ist es wieder weg. Außerdem weiß ich selber nicht mal wer ich gerade bin. Oder wohin mein Weg mich noch führt. Was noch aus mir wird oder was ich überhaupt will. Lieber Kämpfe ich diese ganzen inneren Schlachten alleine mit mir aus. Denn sollte ich doch mal eine verlieren, dann bin ich nur für mich alleine verantwortlich. Und für keinen anderen. Ich kenne es leider nur so. Ich werde zwar mir Hilfe immer holen wenn ich sie brauche, aber wegen meiner psyche jemand anders damit schädigen? Nein das will und kann ich nicht. Es lohnt sich bei mir nicht  das jemand in mein kaputtes Leben teilnimmt oder Eintritt. Dafür habe ich schon ein zu langen Weg hinter mir.

In meinem Inneren habe ich doch schon entschieden, dass ich keine Beziehung haben will. Das einzige was ich weiter hin machen werde, ist für mich alleine stark zu sein. Es bringt mir auch viel mehr andere zu helfen. Andere glücklich zu machen oder durch schwere Zeiten zu helfen. Für andere stark zu sein. Denn das ist nur für kurzem, auf Dauer hält es so wie so keiner mit mir aus. Ich bin lieber nur ein Freund als was anderes.

Wie sich der Teufel einschleicht

Normalerweise hätte ich heute ausschlafen können, doch um halb 8 war ich schon wach und konnte einfach nicht mehr schlafen. Obwohl ich mehrmals wieder die Nacht wach, fühlte ich mich ausgeruht und fit. Ich hatte ja auch einiges geplant für heute. Denn welche aus meiner Gruppe und ich wollten in die nächste größere Stadt fahren. Einfach mal wieder raus hier und was anderes sehen. So sind wir dann auch schon vor dem Mittagessen los gefahren. Wir haben uns erst geärgert, weil der Zug fast ne halbe Stunde später kam als es auf dem Fahrplan stand. Doch die Zeit haben wir gut genutzt und haben uns ein bisschen gesonnt. Es war auch perfektes Wetter gewesen, angenehm warm und purer Sonnenschein. Als der Zug dann kam, saß auch mein Lieblingskontroleur drin. Der fetzt mir einfach und mit dem hat man immer Spaß und gute Unterhaltung. Es war eine angenehme Fahrt.

Dann kamen wir am Zielort an und sind in die Innenstadt gelaufen. Schon auf den Weg haben wir richtig gut gelacht. Es kam uns vor wie so eine Geisterstadt, es fehlten nur diese Heuballen wie in Westernfilme. Die Innenstadt war aber dann gut besucht. Wir sind dann in die Mall gegangen und haben gebummelt und lustige Fotos gemacht, weil wir uns auch verkleidet hatten und einfsch nur Spaß hatten. Selbst die Verkäufer und die Passanten fanden uns lustig.

Danach waren wir bei Mc Donalds essen und sind dann durch die Stadt gelaufen. Man sah irgendwie nur irgendwelche Betrunkene oder gestörten Leute. Ich machte mich über alle lustig. Ich liebe es Menschen zu beobachten. Das könnte ich stundenlang machen.

Anschließend sind wir spazieren gegangen und wieder schöne Fotos gemacht. Es fühlte sich gut an, mal wieder in der richtigen Welt zu sein. Ich hätte mir auch irgendwie jeden Mist wieder kaufen können um etwas mehr Spaß zu haben. Doch ich hatte nur 20 Euro mit. Da musste ich wirklich kalkulieren und konnte mir nicht alles leisten, was ich gern hätte haben wollen. Da merkt man mal wieder, dass es mir immer noch schwer fällt Geld zu schätzen. Es ist für mich im Unterbewusstsein immer noch nur Spaß und Spielgeld. Das ist schrecklich. Hätte ich mehr dabei gehabt wäre es auch alle geworden. Es ist immer noch ein Zeichen, dass ich noch nicht so weit bin und mit Geld umgehen kann. Das hasse ich. Wieso kann ich mich nicht kontrollieren? Es ist alles irgendwie Bedürfniskontrolle. Das fängt schon bei Kleinigkeiten an. Wie zum Beispiel das anzünden einer Zigarette erst wirklich auf der Raucherinsel an zu machen  und nicht vorher. Oder man nimmt sich vor nur die Viertel Tüte Gummibärchen zu essen und nicht alle. Das ist schwerer als man denkt. Doch es ist wirklich Bedürfniskontrolle und die verliert man immer sehr schnell. Für ein süchtigen sogar noch schwerer, denn bei uns ist im Blut drin, dass wir unsere Bedürfnisse immer sofort befriedigen wollen und dann sogar bis zum Ende. Wir können es schwer kontrollieren. Wenn ich irgendwas mache, muss ich auch wirklich immer darauf achten es nicht zu übertreiben. Das ist manchmal echt nervig, doch es muss sein. Ich will nicht nur immer alles extrem machen, sondern in gesunden Maß. Schon bei diesen Sachen schleicht sich immer der Teufel ein.

Heute Abend war es aber bei mir ganz schlimm. Meine Gedanken kreisten sich ständig. Und waren alle wirr. Doch die meiste Zeit ging es wirklich darum ob ich die Reha überhaupt brauche oder mich nur vor irgendwas verstecken will. Das ich nur weglaufen will vor meinen Problemen die draußen noch auf mich warten. Ich das hier doch nicht brauche, denn wenn ich draußen gewesen wäre, hätte ich mit mein Geld machen können was ich will. Ich muss mich nicht an irgendetwas halten. Dann ging es auch noch um die Gedanken ob ich die Reha verlängere. Was für mich eigentlich schon beschlossen ist, aber dann kommt dieser schreckliche Teufel in mein Kopf. Welcher zu mir sagte, du kannst nicht verlängern, da du eine Wohnung noch brauchst und wie stellst du dir das mit der Arbeit vor? Willst du eigentlich noch arbeiten oder hier nur Urlaub machen. Es ist doch verdammt schön mal keinen Verpflichtungen nach zu kommen. Und die Arbeit schaffst du doch jetzt auch nicht mehr. Denn schließlich wissen alle deine Arbeitskollegen von deiner Sucht und wahrscheinlich auch von deinem Rückfall. Die werden dich immer blöd angucken und dich ab jetzt anders behandeln. Genauso wie alle anderen Leute. Du wirst immer alleine sein, nur ich kann für dich da sein. Nur ich war immer für dich da und hat dich noch nie im Stich gelassen. Vertrau mir einfach, zusammen schaffen wir alles, wie so oft schon. Du darfst niemanden vertrauen und dich wird auch nie jemand verstehen. Geschweige denn lieben oder dir das Gefühl von Zärtlichkeit, Geborgenheit, Wärme oder Vertrautheit. Es gibt nur dich und mich und niemand anderen interessiert es wie es dir geht oder was du fühlst und denkst. Lass uns einfach nur irgendwohin abhauen, wo uns niemand kennt und uns so niemand verletzen kann. Überleben werden wir schon irgendwie. Wir sind doch nicht dumm.

All solche Gedanken und Lügen blagen mich so oft. Es ist wirklich so als Bestände ich aus mehreren Persönlichkeiten. Doch das darf man keinen sagen, sonst halten sie mich für verrückt. Manchmal kommt es mir so vor, als hätte ich drei oder vier Seiten an mir. Einmal diese böse und grausame Seite, was wie ein Monster ist. Und ich dieses Monster einsperre. Dann gibt es noch diese Liebe und soziale Seite an mir. Die Seite die ich haben möchte und sein will. Eine weitere Seite ist die Sucht, die mich kontrolliert und macht was sie will. Als nächstes diese neutrale Seite, welche ausgeglichen ist. Dann die Seite wo ich unter Menschen sein will und mit denen verrückte Sachen machen will. Dieses Gruppengefühl halt. Eine weitere Seite ist das ganze Gegenteil, welche die Einsamkeit liebt. Und mit niemandem was teilen will. Dann gibt es noch diese romantische Seite, wo ich die Zweisamkeit sehne und nach einer Familie. Die letzte Seite ist diese Schreibseite in mir. Irgendwie bin ich ein sehr ungleiche Typ. Den ich nicht mal selbst verstehe.

Ein Tag mit Höhen und Tiefen

Kennt ihr die Tage an denen man richtig gut gelaunt aufwacht? So ein Tag war heute früh für mich. Es ging mir einfach übertrieben gut. Voller guter Laune bin ich wach geworden, weil ich seit ewiger Zeit mal gut geschlafen habe und geträumt habe. Denn sonst sind meine Nächte immer Traumlos oder geblagt von Alpträumen. Leider weiß ich nicht mehr genau was vor kam, nur an ein wunderschönes Gesicht kann ich mich erinnern. Den Zusammenhang aber nicht mehr. Es ist eigenartig, denn die Alpträume weiß ich immer, die bleiben im Kopf und das positive wird vertrieben. Als würde irgendwas in mir das so wollen.

Meine Gruppe habe ich richtig angestrahlt und mit meiner guten Laune gleich angesteckt. Man merkte ihnen sofort an, dass sie auch gleich fröhlicher waren. Kurzzeitig dachte ich wirklich das wird heute mein Tag. Weil einfach alles super lief. Das tückische dabei ist, dass ich in solchen Situationen auch nicht das Maß kenne. Wenn ich schon etwas fühle oder mache, dann aber irgendwie immer gleich extrem. Selbst als dieser Herzensangelegenheit geschrieben habe, war ich völlig überdreht. Dieses gute glückliche Gefühl wandelte sich auch gleich in übertriebene Liebesbedürfnis aus. Ich wollte ihr gleich 1000 Dinge sagen, die ich so toll an ihr finde. Habe mir gleich ein perfekten Tag vorgestellt. Das war natürlich überhaupt nicht gut. Denn es waren nur Fantasien und ich konnte mich nicht bremsen. So was erschreckt auch gleich eine Frau, was gar nicht meine Absicht war. Es war halt einfach nur wieder ohne halt. Ich kannte meine Grenze nicht. Ich war froh das sie das verstanden hatte. Und als ich merkte das ich alles wieder so extrem mache, kam mir auch sofort der Gedankenfahrplan in den Kopf. Irgendwie ganz automatisch. So sollte es auch sein. Ich habe gemerkt, dass ich wieder so übertrieben reagiert habe was mein Vorzeichen war, dann hab ich sofort mir meine drei Simikolon, die ein Dreieck ergeben, vorgestellt. Mein persönliches Stoppschild.

Denn ich kannte solche Tage auch schon von früher, an den ich  gedacht habe heute ist mein Glückstag. Heute geh ich mal zocken und gewinne ordentlich. Ohne groß erst abzuwiegen, nahm ich mir mein alternativ Gedanken zur Hand. Glück hat nichts mit guter Laune zu tun.

Und bevor ich weiter nachdenken konnte, kam mir auch schon wieder dieser Ohrwurm in den Kopf von Scrubs.

Ich hätte nie gedacht dass dieser Gedankenfahrplan so gut funktioniert. Ich hatte nicht mal richtigen Spieldruck, aber halt diesen einen kurzen Gedanken.  Der sich aber auch wieder hätte hoch schaukeln können und es wäre noch was anderes dazu gekommen. Im nach hinein war das auf einer Skala von 1 bis 20 eine 2. Ich war aber so stolz auf mich, dass ich das alles so schnell realisiert habe und nach ca 2 Minuten alles wieder vorbei war.

Die Belohnung hatte ich aber fast vergessen. Ich hab noch keine richtige App gefunden, wo ich so ein Kreuz machen kann. Also hab ich mir nur erstmal vorübergehend den normalen Kalender auf dem Handy zur Hand genommen und da ein Eintrag gemacht. Mein aller erstes x, was für ein gutes Gefühl.

Danach war ich wieder ganz normal. Bis wir dann die Gruppenstunde hatten. Am Anfang sagte die Therapeuten noch was Organisatorisches. Dann ermahnte sie die zwei Leute aus unserer Gruppe,  im Auftrag der Physiotherapeuten, da die zwei heute früh mal wieder nicht beim Frühsport waren. Und sie zur Strafe am Mittwoch den Fitnessraum putzen müssen. Der eine nahm es hin und wird es bestimmt auch machen, aber jedoch nicht der andere von ihnen, welcher mein Zimmernachbar ist. Der machte sofort Protest, dass er das nicht einsieht und nicht machen wird. Wir reagierten aber alle bewusst nicht darauf. Und wechselten das Thema. Als wir fast am Ende der Gruppenstunde waren, musste ich es aber noch los werden und fragte die zwei, warum sie es denn nicht schaffen beim Frühsport Teil zunehmen. Eine ganz normale Frage. Sie konnten sich ja jetzt auch in der Gruppe dazu äußern. Vielleicht schaffen sie es nur nicht auf zustehen so früh. Deswegen haben wir Ihnen auch angeboten das wir sonst sie Wecken erstmal. Das wir Ihnen dabei helfen.

Dann legte mein Zimmernachbar los. Er wurde gleich lauter. Obwohl ihm niemand was getan hat, aber mit Kritik kann halt nicht jeder umgehen. Er schaukelte sich immer höher und benutze irgendwelche ausreden. Er konnte ja nicht schlafen weil ich angeblich schnarche und alles und er genau seine 8 Stunden schlaf braucht. Ging aber gestern Abend erst kurz vor 23 Uhr ins Bett. Naja egal. Er denkt so wie so er ist was besseres und weiß alles besser. So kommt es zumindest einen vor. Aber ich will jetzt nicht weiter auf den eingehen. Sonst macht mich das auch gleich wieder etwas wütend. Ich sprach das Thema ja nur an, weil ich beide schon mehrmals alleine gesagt habe daß der Frühsport Pflicht ist. Auch in der Runde am Essenstisch als alle dabei waren habe ich es in die Runde gesagt und auf die Regeln hingewiesen. Denn es kamen schon einige zu mir und beschwerten sich bei mir. Da aber es sich seit Wochen nicht gebessert hatte, musste ich es heute ansprechen. Vorallem nach dieser Reaktion das er die Strafe nicht machen würde. Da konnte ich nicht anders. Außerdem habe ich mir vorgenommen alles gleich zu sagen, was mich stört. Damit ich das nicht in mich wieder rein fresse. Nach der Stunde war er natürlich noch richtig wütend. Das merkte man ihm an. Ein Kerl der wesentlich älter als ich ist und sich wie so ein verwöhntes Kind benimmt. Hauptsache es geht nach seinem Willen.

Hier konnte ich aber dann schon das zweite Mal den Gedankenfahrplan anwenden heute. Denn bei solchen Ärger bin ich früher auch immer spielen gegangen. Diese innerliche Wut in mir war mein Vorzeichen und schon sah ich wieder mein Stoppschild. Ein Satz sagte ich mir diesmal nicht. Diesen Punkt habe ich ausgelassen diesmal. Ich lenkte mich nur gleich ab und redete mit den anderen während wir eine Zigarette rauchten. Als sich alles wieder beruhigt hat in mir, machte ich dann schon das zweite x in den Kalender. Was für ein  Erfolg. Zwei Kreuze nur ein einem Vormittag. Ein gutes Gefühl, aber auch ein komisches.   Da wurde mir bewusst wie oft ich eigentlich im Unterbewusstsein nach ans zocken denke. War mir vorher gar nicht so bewusst gewesen und das obwohl ich hier unter dieser Käseklocke bin.

Die nächsten Stunden ging ich den einem aus dem Weg. Man muss ja nicht mit Absicht provozieren und ich wollte das er erstmal runter kommt. Damit man mit ihm vielleicht später nochmal ein normales Gespräch führen kann. Aber währenddessen beschwerte er sich natürlich über mich und wollte aus dem Zimmer ausziehen. Da wir auch zurzeit noch ein Einzelzimmer haben ist er natürlich dort rein. Da hat er ja wieder seine Willen bekommen. Und ich glaube kaum das sich dadurch was bei ihm ändert. Aber naja egal. Jetzt ist es nicht mehr mein Problem und ich liege auch erstmal alleine im Zimmer, bis irgendjemand neues kommt. Ist also auch was sehr positives für mich. Da ich mir jetzt nicht mehr sei. Ständiges gequatsche anhören muss.

Die nächsten Stunden war alles wieder ganz normal. Dann kam der Gruppensprecher aus der anderen Gruppe auf mich zu. Das unser Wagendienst nicht seine Aufgabe gemacht hat, sondern nur den Essenswagen zu den in die Gruppe geschoben hat und stehen lassen. Und wer ist gerade der Wagendienst, natürlich mein jetztiger Exzimmernachbar. Also musste ich das klären bevor irgendein Kindergartenkrieg zwischen unseren Gruppen entsteht. Aber wer sieht das natürlich wieder überhaupt nicht ein? Genau da muss man nicht lange nachdenken. Das hat mich natürlich gleich wieder hoch gepusht und ich konnte zum dritten Mal heute den Gedankenfahrplan anwenden. Diesmal nahm ich mir den alternativ Gedanken, wegen so einem musst du dich nicht fertig machen. Als Ablenkung spielte ich sofort Volleyball, weil wir zum Glück auch gerade Hallenzeiten hatte. Und vorhin konnte ich schon mein Drittes x eintragen.

Den restlichen Abend, versuche ich mit der einen Frau zu schreiben. Das macht mich nämlich irgendwie ein bisschen glücklich. Und ich muss schon ein bisschen schmunzeln wenn ich eine Nachricht von ihr drauf hab.

Stellungnahme vor der Großgruppe

Heute war für mich nochmal ein sehr schwerer Tag gewesen. Es fing schon beim Frühstück an,denn ich musste gleich zwei Leuten aus meiner Gruppe tschau sagen. Dies fiel mir wirklich schwer, weil beide meine Freunde geworden sind. Vorallem bei den einem. Er ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Mit ihm hatte ich hier wirklich viel zu tun. Wir haben zusammen alles mögliche gemacht. Er war für mich meine Vertrauensperson hier. Ihn hatte ich auch als erstes beim Rückfall angerufen und er hat mich gleich aufgefangen. Es war so ein Verbindung die man nicht wirklich erklären kann, fast wie eine Seelenverwandtschaft. Die Gespräche mit ihm Taten mir immer gut und er war auch ein kleines Vorbild für mich. Für ihn war es am Anfang auch schwer gewesen und er hatte oft den Gedanken die Reha abzubrechen. Bei ihm habe ich gesehen das man aus jeder Situation raus kommt. In den letzten Wochen ist er auch richtig aufgeblüt. Man muss sich vorstellen er ist wirklich wie so ein Teddybär. Nach außen wirkt er so stark und ist auch so schweigsam. Er hat eine Aura um sich, die jeden in seinen Bann zieht. Doch im inneren ist er wirklich dieser softe Kerl. Er hat sich auch immer alles angenommen und sich hinten angestellt. Nie über sich und die seine Gefühle gesprochen. Aber am Ende hat er sich wirklich geändert. Er erzählte mehr von sich auch anderen. Doch jetzt erstmal genug von ihm. Jetzt ist er weg und ich bin traurig. Es gibt zwar noch andere hier, aber es ist nicht das gleiche. Ich hasse einfach Abschiede von Menschen die mir etwas bedeuten. Und mit dieser gedrückten Stimmung war dann auch noch die Großgruppe dran. Ich wusste das ich mich wegen meinem Rückfall äußern muss und Stellung nehmen. Ich hatte es die letzten Tage auch gut vorbereitet. Doch als ich da drin saß, ging es mir wieder richtig schlecht. Ich war aufgeregt und fing an zu zittern. Es war als hätte ich ein Kloß im Hals. Mein Herz schlug auch schneller. Ich hatte dann mal meinen Puls gemessen und er war bei 128. Ich dachte und das hatte mir eigentlich auch vorgenommen anzufangen, damit ich es gleich hinter mir habe. Doch dann sagte die Therapeuten wir fangen mit den Verabschiedungen an. Einerseits war ich froh, doch es war unerträglich. Denn während der Zeit steigerte ich mich wieder rein. Als die Verabschiedung vorbei waren, musste ich dann ran. Ich suchte mir ein Punkt auf dem Boden und fing an zu erzählen. Dabei kamen mir auch fast wieder die Tränen. Ich habe den Tag wieder vor meinem inneren Auge gesehen. Es machte mich fertig und ich fing an wieder mich zu zerfleischen. Wieder saß ich da wie ein begossener Pudel. Fühlte mich klein und schwach. Als ich fertig war blickte ich hoch, denn jetzt kamen die Fragen von den anderen. Ich hatte das schlimmste befürchtet. Das sie mich jetzt verteufeln oder sonst was. Sie haben mich ja sonst auch alle als starke Person gesehen. Es sind auch viele auf mich zu gekommen und haben mir ihre Sorgen erzählt. Aber es kam anders. Sie waren erstmal geschockt. Denn die meisten haben es erst jetzt erfahren. Und ich bin davon ausgegangen, dass es sich schon rum gesprochen hat wie ein Lauffeuer. Dann war eine töten Stille, die mir ewig vor kam. Zum Glück hat dann jemand gesprochen. Er hat mir aber keine direkten Vorwürfe gemacht, er war nur etwas enttäuscht. Das ich ihm nichts gesagt habe  obwohl ich ihn von allen am längsten kenne. Doch dann hat er sich selber Vorwürfe gemacht. Was mir richtig leid tat. Und ich ein schlechtes Gewissen hatte. Es Taten sich dann auch immer mehr Leute zu Wort melden. Sie zeigten mir ihr Verständnis. Das es hätte jeden passieren können. Diese ganzen Rückmeldungen fühlten sich gut an. Auch meine Anspannung ließ irgendwann nach. Nachdem dann die Stunde vorbei war, ging es mir richtig gut. Als wäre wirklich ein Stein vom Herzen gefallen. Ich war einfach frei und konnte endlich mein schlechtes Gewissen über Bord werfen und war einfach frei von diesem Paket.

Am späteren Tag kam dann die nächste Therapie, die mich mitgenommen hat. Jeder aus meiner Gruppe sollte wieder die Rollen verteilen  wo er die anderen aus der Gruppe sieht. Das man eine Rückmeldung von außen mal bekommt. Ansonsten war ich immer der Chef oder Führer gewesen, aber diesmal haben mich alle nicht an der Stelle gesehen, sondern an anderen Stellen. Da habe ich mir kurzzeitig gedacht sie sehen mich doch jetzt in einem anderen Licht. Das ich für sie doch ein Schwächling bin. Obwohl das überhaupt nicht stimmt. Das weiß ich auch, aber das ist immer meine negative Seite an mir. Dieses Monster was alles schlecht macht. Kurz darauf war ich aber froh, dass sie mich nicht immer als Chef sehen. Sie wollen mir damit zeigen, das ich auch mal an mich denken soll. Sie wollen mich entlasten. Das tat wirklich richtig gut  Damit könnte ich mich anfreunden.

Was mich heute auch noch beschäftigt ist das ich jemanden kennen gelernt habe, mit der ich schon ein paar Tage schreibe. Sie ist mir wirklich sehr sympathisch und mit ihr kann man über alles reden. Auch von meiner Sucht habe ich ihr gleich erzählt und sie hat es akzeptiert. Ein schönes Gefühl. Es war auch das erste Mal das ich es gleich am Anfang gesagt habe. Sonst machte ich so was immer sehr spät. Was aber überhaupt nicht gut ist. Denn ich muss lernen mich zu öffnen. Da bin ich froh, dass ich sie kennen gelernt habe. Sie hat mir wirklich viel Druck weg genommen. Das es da draußen doch noch Leute gibt, die mich so akzeptieren wie ich bin. Sie zeigt mir auch das ich vielleicht doch nicht so Beziehungsunfähig bin. Und ich mich vor dem anderen Geschlecht nicht verstecken muss. Ich hoffe das ich sie noch näher kennenlernen kann. Weil sie einfach nur toll ist und sie hoffentlich kein Trugbild ist. Das sie mir nur was vormacht. Ich hasse es, das ich immer diesen Zwiespalt in mir habe. Es fühlt sich manchmal so an als hätte ich wirklich mehrere Persönlichkeiten in mir. Die sich immer wieder abwechseln. Da stell ich mir auch häufig die Frage bin ich vielleicht wirklich gestört und hab eine Persönlichkeitsstörung, die ich nicht wirklich wahr haben will?  Manchmal ist es wirklich sehr wirr in meinem Kopf. Doch ich konzentriere mich an erster Stelle an meiner Sucht Therapie. Ich will nur zeigen das es immer schwer ist mit sich selbst aus einander zu setzen.

Automatische Gedanken bei Suchtdruck

  1. Heute fühle ich mich wieder richtig fit. Obwohl es für mich eine kurze Nacht war und ich richtig müde noch in den Tag gestartet bin. Doch nach ein paar Tassen Kaffee geht alles.

Heute vormittag würde auch nochmal der Gedankenfahrplan richtig zu Ende bearbeitet. Denn dieser geht noch weiter und das gestrige war nur die Hälfte. Am Ende versuche ich es auch mal übersichtlicher zu schreiben.

Heute ging es um die automatischen Gedanken, die jeder von uns kennt. Ich werde aber nur ein paar aufzählen  die für mich wichtig sind und auf mich zugeschnitten.

Mein schlimmster Gedanke ist beim Suchtdruck, dass ich denke ich belästige die anderen mit meinen Problemen. Es spricht ja auch viel dafür. Doch das sagt mir nur mein Teufel auf der Schulter. Er flüstert mir dann ein, dass die anderen eigene Probleme haben. Das ich da alleine durch muss, du bist doch schließlich kein Schwächling. Du hast es doch auch oft alleine geschafft. Geh niemanden anderen auf den Keks, das willst du doch auch nicht immer. Und noch viel mehr. Doch es gibt auch die Argumente dagegen, meinen Engel auf der anderen Seite. Denn wenn ich es nicht mache und im nach hinein es beichte, ist es für die anderen noch schlimmer und du zerfleischst dich wieder selber. Außerdem haben es mir die anderen doch auch angeboten. Ich darf auch Hilfe annehmen und mal schwach sein. Du musst nicht immer der Starke sein. Du bist auch nur ein Mensch. Es gibt wesentlich mehr Argumente die dagegen sprechen. Und wenn man diese abwiegt, sollte man sich antrainieren einen alternativen Gedanken zu haben. Der den Ursprünglichen Gedanken gleich k.o. Haut. In diesem Fall ist es bei mir: Dafür sind sie da, sie wollen mir doch helfen.

Ein anderer automatische Gedanke wäre zum Beispiel kontrolliertes Spielen geht schon. Und schon versucht die süße Zunge des Teufels mir was ein zu reden. Ach komm schon  andere Leute können das doch auch. Außerdem hast du dich doch sonst auch unter Kontrolle. Wieso sollte es beim Zocken anders sein. Probier es doch einfach aus. Das wird auf jeden Fall funktionieren. Doch zum Glück gibt es auch den guten und schlauen Engel. Denn er stellt es in Frage und sagt zu mir, es hat doch bisher auch noch nie geklappt. Denk doch mal nach wie es war, als du es versucht hast. Wenn du dich drauf einlässt dann geht alles wieder von vorne los. Dann sitzt du wieder in diesem Sumpf. Sei ehrlich zu deiner Sucht. Es ist eine Krankheit, die immer bleibt. Aber dafür habe ich mir auch schon den alternativen Gedanken fest gelegt. Ich kontrolliere nicht das Spiel, sondern das Spiel kontrolliert mich.

Ein letztes Beispiel habe ich aber noch. Was für uns Spieler oft in den Sinn kommt. Ich brauche mehr Geld. Ein böser Gedanke, denn hier greift mein Sucht Gedächtnis. Es hat doch schon öfters geklappt. Du kannst aus wenig Geld viel machen. Vorallem geht es verdammt schnell und deine Sorgen und Probleme sind alle sofort weg. Es ist doch so logisch. Doch dann muss ich wirklich sofort an die Gegenargumente denken. Denn ich weiß das Geld verzockt du doch ey wieder. Es ist nur ein Wunsch denken. Nichts löst sich auf der schnelle. Außerdem ist die Chance sehr gering, dass du auf einmal Millionär bist. Und hier sage ich mir alternativ: Weniger Geld ist besser als gar kein Geld.

Diese ganzen Beispiele haben nur den Zweck, dass man sofort aus diesem Teufelskreis raus muss. Denn in den Augenblick wenn du Suchtdruck hast, kannst du nicht erst abwiegen. Denn dann gewinnt definitiv der Teufel. Natürlich ist es schwer, doch es hilft. Es sind einfach nur nützliche Gedanken. Die man sich auch gern auf ein kleines Merkkärtchen schreiben kann.

Aber das alleine reicht nicht aus, dass der Suchtdruck sofort weg geht. Aber man muss es nur eine gewisse Zeit aushalten. Denn die Suchtkurve knüpft im Kopf da an, wo auch natürliche Bedürfnisse anfangen. Ich probiere es mal zu erklären. Wenn man nichts isst, dann stirbt man ja nicht sofort  sondern die Kurve steigt langsam, aber auf Dauer kann man es nicht unterdrücken sonst verhungert man über die stirbt. Doch bei einer Sucht, steigt natürlich dieses Bedürfnis auch sehr hoch, aber es bleibt nicht auf Dauer. Nur für eine gewisse Zeit, wenn man dieses Bedürfnis nicht nach geht, dann passiert nichts. Man stirbt dadurch nicht. Es löst sich einfach auf.

Und in dieser Zeit muss man sich natürlich irgendwie ablenken oder entspannen. Was man hier machen kann ist zum Beispiel Autos zu zählen oder irgendwas anderes. Oder man macht die Augen zu und lauscht den Geräuschen, höre ich vielleicht ein Vogel singen? Was auch richtig gut funktioniert ist singen und die zwar einen Ohrwurm. Das muss man ausprobieren. Ich hab jetzt noch ihm im Ohr wenn ich dran denk. Es ging mir den ganzen Tag durch den Kopf. Es ist dieses summen von j.d. Aus Scrubs. Welches er immer hört. Was auch immer sehr hilft, denke jetzt bitte nicht an einen rosa Elefanten. Du kannst an alles denken nur nicht an den rosa Elefanten. Ein weiter Aspekt ist auch PMR, was mir nichts bringt. Oder man zwickt sich einfach,oder Schnippt ein Gummiband was am Arm ist. Es gibt so viele Sachen. Man kann natürlich auch einer Fantasievorstellung haben. Wie das Land der Riesen. Stell dir vor du bist winzig klein und alles andere um dich herum ist wahnsinnig groß. Wie du als Zwerg in ein Bus steigen musst oder du dich auf den Stuhl setzen sollst. Da muss man selbst auch über sich schmunzeln. Ich will gar nicht wissen wie oft man jetzt an den rosa Elefanten gedacht hat. XD

Aber man muss sich natürlich auch belohnen, wenn man den Druck überstanden hat. Man sollte etwas tun was man jeder Zeit machen kann und sich für den Erfolg etwas Gutes tut. Was ein glücklich macht. Das ist aber der schwerste Punkt von allem. Denn man muss es überall machen können. Für Glücksspieler ist es nicht ratsam das nicht verzockte Geld in einer Spardose zu stecken. Denn wenn man es sammelt, kann auch Suchtdruck entstehen. Man hat ja jetzt viel überflüssiges Geld. Die Versuchung ist dann zu groß. Hier fällt mir auch noch nichts gescheites ein. Was ich ausprobieren werde ist ein Kreuz im Kalender zu machen. Dann seh ich mein Erfolg  wie oft ich am Anfang noch Druck hatte und es weniger wird. Eine andere Möglichkeit ist das man sich selbst lobt und zum Beispiel auf die Schulter klopft. Eine andere schöne Idee ist das man Gegenstände sammelt, von dem Ort wo man sich gerade befindet. Es kann ein Stein oder Blatt sein. Oder ein Kassenzettel, weil man die Möglichkeit hat sich mit ein Eis zu belohnen.

Jetzt versuche ich den Gedankenfahrplan kurz zu fassen.

1. Ich erkenne meine Alarmsignale

2. Ich sage STOPP

3. Ich stelle mein Stopps hildesheim zwischen mich und das Spielen

4. Ich atme tief durch.

5.ich nutze hilfreiche Gedanken

6. Ich lenke mich ab

7. Ich belohne mich selbst für meinen Erfolg mit einem Ritual

Und dieser Gedankenfahrplan muss in einem tief verankert sein.

So das reicht für heute, sonst finde ich kein Ende mehr.

Rückfallaufarbeitung

Nachdem die Gruppe mich gestern sehr gut aufgebaut hat, ging es mir heute recht gut. Jedoch bin ich die Nacht mehrmals aufgewacht. Ich konnte es im Schlaf noch nicht wirklich aufarbeiten, aber ich muss mich damit befassen. Deswegen machte ich mir immer wieder selbst Vorwürfe wenn ich drüber nachgedacht habe. Ich wusste nicht wie ich damit anfangen soll.

In der ersten Therapiestunden hatten wir aber zum Glück das Thema Gedankenfahrplan. Was auf den ersten Blick wirklich merkwürdig klingt, doch einen ungemein hilft. Denn ein Rückfall beginnt schon viel früher als man denkt. Denn schon die Vorzeichen muss man erkennen. Es fängt bei Kleinigkeiten an und schon entsteht ein Ungleichgewicht im Leben. Einige Sachen kann man natürlich schnell verarbeiten, aber es gibt auch schwer wiegende Dinge. Die man am Anfang auch als klein ansieht und nur bei Seite schiebt. Doch wie in meinem Fall waren es wirklich mehrere kleine Dinge, die sich einfach nur gestaut haben. Auch wenn ich so ein Typ bin, der gerne einfach nur Sachsen runterschlugt und sie nicht beachtet.

Wie jeder Spieler sich die wir verdammt gute Schauspieler und lassen es uns nicht anmerken. Wir bauen eine Fassade auf, damit andere uns nicht durchschauen. Jeder von uns ist auch ein perfekter Lügner. Wie können die Realität auch so verdrehen, dass wir am Endeffekt selber an die Fassade glauben. Und das andere existiert einfach nicht. So war es zumindest bei mir. Es ging auch sehr lange gut, das ich mich selbst belügen konnte. Bis zu dem Zeitpunkt als ich den Rückfall hatte und die Therapie doch gegriffen hatte. Zum aller ersten Mal ließ ich meine Fassade fallen. Ich bin im nach hinein stolz auf mich, dass ich nachdem Rückfall richtig gehandelt habe. Auch wenn es mir nicht wirklich bewusst war. Es fällt mir aber immer noch schwer mir selbst zu verzeihen. Ich zerfleische mich immer mehr in der Sache und mache mir Selbstvorwürfe. Ein belastenes Paket welches ich endlich schaffen muss ab zu werfen.

Zumindest erstmal weiter im Gedankenfahrplan. Meine wirklichen Vorboten waren halt wirklich viele gewesen. Es fing schon ein paar Wochen vorher alles an. Hier in der Klinik habe ich keine wirkliche Zeit für mich alleine. Normalerweise hat man die auf seinem Zwei-Mann-Zimmer. Doch ich hatte ein neuen Mitrehabilitanten bekommen, der einfach ohne Unterbrechung erzählt. Auch wenn es einen nicht interessiert und man die Kopfhörer in den Ohren hat, labert er einen voll. Doch ich habe nichts gesagt das es mich stört. Wieder einmal habe ich das runter geschluckt. Es raubte mir natürlich wirklich meine Nerven. Auch wenn ich ein dickes Fell habe. Die nächste Sache war einfach nur der Stress in den Therapiestunden. Man bekommt so viel imput und muss das erstmal verarbeiten. Dann kam in den letzten Wochen es auch noch dazu, das die Gruppe sich umstrukturiert hat und eine komische Stimmung herrschte. Und weil ich nun mal Gruppensprecher bin, kamen alle auf mich zu und beschwerten sich. Ich musste die Gruppe wieder zusammen bringen. Es ist mir größtenteils auch gelungen, doch es war zu viel Verantwortung auf einmal. Die letzte Sache war dann noch das Buch was ich gerade gelesen habe. Dort ging es um eine Angehörige von einem Spieler. Wo sie alles beschrieb was passiert ist und sie durch gemacht hat. Ich konnte aber auch sehr gut den Spieler verstehen. Denn sein Verhalten habe ich auch durch gemacht. Am Ende hat sie in dann aber verlassen. Und dies hat mich schockiert, damit habe ich nicht gerechnet. Außerdem zweifle ich selber stark an mir, ob ich jemals eine ordentliche Beziehung führen kann. Oder doch Beziehungsunfähig bin. Es war einfach ein innerer Konflikt. Und das Ende hat mich da nur bestätigt.

Alle diese Sachen habe ich mir nach außen nicht anmerken lassen. Denn ich bin schließlich der Starke und so was Haut mich nicht um. Ich hätte schon längst schalten müssen, diese Vorboten sehen. In meinem Unterbewusstsein baute sich schon Spieldruck auf, welchen ich nicht bemerkte. Erst als ich im Zug alleine saß und endlich mal Zeit hatte über alles nach zu denken. Hier kam mir schon das erste mal bewusst der Spieldruck. Doch den konnte ich schnell bei Seite legen, so dachte ich.

Hier wäre es angebracht gewesen mein persönliches Stoppschild her vor zu rufen. Dieses persönliche Stoppschild ist natürlich für jeden etwas anderes. Für mich ist es das Simicolon Zeichen. Es klingt total verbal, aber wer sich mal mit dem Projekt Simicolon beschäftigt wird es verstehen. Es wäre zum Beispiel auch möglich laut Stopp zu rufen, das man bewusst versucht seine Gedanken in eine andere Richtung zu bringen. Es ist auch eine Trainingssache, welche ich auch noch nicht richtig beherrsche. Denn dann hätte ich komplett anders reagieren können.

Man muss halt wirklich sehr auf sich selbst achten. Im Nachhinein bin ich sogar etwas froh, dass ich den Rückfall hatte. Weil jetzt kann ich anders handeln.

Auffangen durch die Gruppe

Ich fühlte mich heute früh immer noch sehr schlecht. Ich schämte mich so sehr, dass ich es nicht mal geschafft habe irgendjemanden in die Augen zu schauen. Denn ich hatte das Gefühl jeden enttäuscht zu haben. Sie haben alle an mich geglaubt und mich als so stark empfunden. Doch an diesem Morgen ist meine Fassade gefallen. Ich sah aus wie ein kleiner Junge, der zusammen gekauert da saß, kein Wort raus gebracht hat und am liebsten im Boden verschwunden wäre. So fühlte ich mich auch  wie ein zerbrochenes Elend.

Jeder der mich sah, merkte sofort das mit mir nicht was stimmte. In ihren Gesichtern merkte man das es sie auch mit runter gezogen hat. Aber alle ließen mich in Ruhe. Dann gleich nachdem Frühsport bin ich zu meinem Therapeuten hin gegangen und habe ihm gesagt ich muss ihn gleich mal sprechen. Er sagte erstmal nichts und ich wusste nicht was ich nun machen soll. Zumindest habe ich dann erstmal gefrühstückt und bin anschließend zu der Gruppentherapeutin gegangen und habe es ihr ganz leise gesagt das ich einen Rückfall hatte. Ich bin dabei beinahe in Tränen ausgebrochen. Kurze Zeit später habe ich kurz mit ihr geredet. Sie machte mir etwas Mut und sagte sie setzt sich für mich ein. Dann ging sie in die Teambesprechung. Keine Ahnung was dort alles gesagt wurden ist. Doch die erste Prüfung kam dann sofort. Wir hatten Gruppenstunde und ich musste sagen was mit mir los ist und was passiert ist. Dabei kullerten mir ein paar Tränen. Denn bis dahin wusste meine Gruppe noch nichts davon. Ich stammelte nur vor mir hin. Sie mussten mir fast alles aus der Nase ziehen. Doch ich merkte das sie mir keinen Vorwurf machten. Sondern sie waren alle sehr einfühlsam. Es viel mir trotzdem alles so schwer und tat mir einfach nur im Herzen weh. Die Stunde hat eine halbe Ewigkeit gedauert. Selbst danach war ich immer noch in einem tiefen Loch gefangen. Es wollte auch nicht vorbei gehen. So zog es sich den ganzen Tag durch. Fast alle aus meiner Gruppe machten mir Mut und wollten mir aus dem Loch helfen. Denn so kannten sie mich bisher noch nie. Es half mir auch ungemein. Hier fühlte ich mich geboren und gut aufgehoben. So hätte ich draußen nie reagiert und es wäre weiter Berg ab gegangen. Dafür liebe ich diese Gruppe. Denn ich war sonst auch immer für sie da gewesen und habe alle immer unterstützt. Erst jetzt merkte ich das sie das gleiche für mich Taten. Und das ohne das ich sie darum gebeten hatte.

Dann hatten wir Visite gehabt. Als ich dann an der Reihe war, war auf einmal totenstille wie in einer Kirche und hörten ganz gespannt der Chefärtzin zu. Sie sagte durch die Blume das ich nicht raus fliege. Das ich nicht gleich eine rote Karte bekomme. Diese Worte machten mir teilweise Mut, aber ich wusste es immer noch nicht so wirklich wie es weiter geht. Danach habe ich nochmal mit der Gruppentherapeutin geredet und sie sagte mir, dass das Team mich nicht gleich raus wirft und ich den Rückfall aufarbeiten muss. So wie ich es schon in der Gruppenstunde getan habe. Doch das reicht noch nicht. Am Donnerstag muss ich auch dazu in der Großgruppe Stellung nehmen. Das heißt ich muss alles bis ins kleinste Detail erzählen. Was und wie das passieren konnte. Die ganze Geschichte. Nicht nur wie ich auf dem Bahnsteig standen, sondern auch schon die Vorboten davor. Wie es überhaupt dazu kam. Denn ein Rückfall kommt nicht gleich von einer Sekunde auf die andere. Es beginnt schon viel eher. Und genau das muss ich jetzt herausfinden, wo es überhaupt angefangen hat. Es klingt eigentlich ganz einfach, doch so ist es leider nicht. Den ganzen Tag habe ich mich damit beschäftigt und ich weiß immer noch nicht wo es angefangen hat.

Dabei soll mir aber auch die Maltherapie und die Spielerstunde helfen, denn dort haben wir heute mit dem Gedankenfahrplan angefangen und sollten unser persönliches Stoppschild malen und beschreiben. Es ist wirklich nützlich. Doch dazu komme ich später nochmal.

Am Abend hat sich meine Stimmung schon wieder besser stabilisiert. Ich zog nicht mehr so eine Fresse. Das habe ich aber nur meiner Gruppe und meinen Therapeuten zu verdanken. Alleine hätte ich es nie geschafft.

Zurück in die Klinik

  • Zurzeit mache ich eine Reha gegen meine Spielsucht. Es ist schon die 7 Woche vorbei und ich habe dort viel gelernt über die Sucht und vieles mehr. Dann hatte ich am letzten Freitag endlich die Familienheimfahrt. Ich habe mich schon lange darauf gefreut. Endlich mal wieder raus und in meine Wohnung zurück.

Auf der Fahrt hatte ich schon Gedanken ans Spielen. Doch die verdrängte ich sehr schnell  Das hatte ich schon gelernt. Es ging auch alles gut, doch dann änderte ich mein Plan und steigte nicht am Hauptbahnhof aus, sondern schon eine Haltestelle früher. Denn von hier aus ist es kürzer bis zu mir nach Hause. Das sollte eigentlich Vorteile haben, doch so war es nicht.  Denn als ich den Bahnsteig betrat, sah ich sofort die Spielothek auf der anderen Straßenseite. Sofort versteinerte ich und war total überfordert. Was soll ich denn jetzt machen. Mir schossen so viele Gedanken durch den Kopf. Wen kann ich denn jetzt anrufen, und sagen das ich extremen Suchtdruck habe. Doch es viel mir keiner ein. Ich hatte vergessen mir eine Liste zu machen. Ich schob das immer vor mir hin. Sagte zu mir selbst, du wirst dann schon irgendwen anrufen. Doch es kam anders. Ich traute mich nicht jemanden anzurufen, ich wollte niemanden belasten. Schließlich kommt das doch komisch, wenn ich den jenigen dann sage, dass ich es nicht mal von Bahnsteig runter schaffe. Ich fühlte mich klein und dumm. Nun stand ich hier schon eine halbe Stunde rum. Machte Entspannungsmethoden, probierte mich mit dem Handy ab zu lenken. Doch alles hilf nix. Ich hatte einen enormen Puls und mein Herz raste die ganze Zeit. Dann bin ich die Treppe runter gegangen. Als ich die Spielothek nicht sah, war der Druck weg. Aber es musste ja so kommen, nachdem ich da weitere 5 Minuten rum stand musste ich endlich weiter gehen. Ich redete mir fest ein, du schaffst das, du schaust sie nicht an, du biegt einfach schnell links ab und gehst. Doch wie es sein musste, zock mich sie magisch an. Ich konnte ihr nicht entfliehen. Der Bann war einfach zu stark. Ich konnte mich nicht wehren. Ich war einfach nur wieder fern gesteuert. Als ich drin war, setzte ich mich automatisch vor dem Automaten. Und schon steckte ich Geld rein. Erst nachdem die 10 Euro runter waren, erwachte ich kurz aus der Trance. Realisierte was ich da tat. Doch beim letzten Dreh bekam ich noch Freispiele. Ich hatte aus den 10 Euro 20 Euro gemacht. Ich lass sofort das Geld raus und wollte gehen. Aber so war es nicht. Ich steckte sie sofort am nächsten Automaten rein. Natürlich gewann ich diesmal nichts, doch ich hatte ja noch Geld einstecken. Und so tat ich das und ausweichliche. Ich steckte nochmal rein. Ich wollte ja das Geld wieder holen. Das war nur mein Ziel gewesen. Damit es nicht ganz so schlimm ist. So stark war wieder mein Sucht Gedächtnis gewesen. Und ich konnte einfach nicht aufhören. Dann kam wieder etwas dummes. Ich schaffte es auf 140 hoch zudrücken. Das war eigentlich meine Rettung gewesen  Doch es ist genau das Gegenteil eingetroffen. Ich war komplett geblendet, ich weiß nicht mehr was mit mir geschah. Ich habe wieder so gezockt wie immer. Gleich automatisch auf 2 Euro hoch gestellt. Schließlich hatte ich ja jetzt genug Geld. Und am Ende habe ich wieder alles verspielt. Sogar mein letztes Geld was ich einstecken hatte.

Ich war noch nicht einmal zuhause angekommen und mir war mehr als schlecht. Erst als ich in die Haustür rein, brach ich sofort auf den Boden zusammen und weinte wie so ein kleines Kind. Erst jetzt war mir bewusst was ich wieder getan habe. Es war sogar nicht schlimmer. Denn diesmal habe ich alles verspielt. Nicht nur das Geld, sondern auch meinen Therapieplatz. Ich habe mein ganzes Leben dadurch weg geworfen. Ich bin hilflos. Ich schloss mich das ganze Wochenende in der Wohnung ein. Ich wusste nicht mehr was ich machen soll. Ich überlegte mir woher ich jetzt Geld bekomme. Wie ich mir das besorgen kann. Ich hatte eigentlich so viel mir vorgenommen und das sagte ich alles ab. Ich wollte sogar meine xbox verkaufen. Damit ich das vielleicht vertuschen kann. Schon über diese Gedanken war ich gleich wieder erschrocken. Ich war genau in dem alten Muster, wo ich raus wollte. Die Tage habe ich auch nicht viel gegessen. Ich hatte gar kein Hunger und außerdem auch kein Geld. Ich überlegte mir was ich machen soll. Und das jedesmal brach ich in Tränen aus. Ich weiß gar nicht wann ich das letzte Mal geweint hatte. Sonst kam höchstens mal eine Träne raus und die wandelte sich zu Wut um. Selbst die Tabletten haben nichts gebracht. Schließlich musste ich es jemandem sagen. Ich hätte sofort die Klinik anrufen sollen und wieder zurück fahren. Doch das konnte ich nicht. Dafür war mein Scharm viel zu groß und ich hasste mich wirklich. Nachdem ich es jemanden gesagt habe, ging es mir trotzdem nicht besser. Denn schließlich hab ich jetzt noch jemanden wieder mit da rein gezogen. So verbrachte ich noch bis Sonntag Nachmittag alleine in meiner Wohnung. Dann fasste ich mir Mut. Und nahm meine alte Fahrkarte und rubbelte den Stempel ab. In der Hoffnung es fällt nicht auf und ich komme irgendwie zurück in die Klinik .Doch das ging natürlich auch nicht gut. So habe ich jetzt noch eine Anzeige am Hals wegen schwarz fahren. Doch das ist mir eigentlich egal. Ich befürchte jetzt eher meine Rauswurf. Oder wie es weiter geht.

Als ich gleich rein ging, beichtete ich meinen rückfall. Die Schwester nahm es gut auf,aber ich fühle mich immer noch nicht besser.

Erst morgen sind die Therapeuten da und dann kommt die große Angst. Wieso musste ich alles verspielen? Erst jetzt hab ich es begriffen, was ich alles gemacht habe  Doch ich habe trotzdem keine zweite Chance verdient. Ich versuche meine Strafe hin zu nehmen. Wenigsten habe ich mich das erste Mal im Leben gestellt. Und wenn ich nur das mitnehme. Ich musste erst ganz unten sein, damit ich wach werde.

Aber ich habe trotzdem Angst vor morgen. Ich bin keiner guten Dinge.